Rundbrief 2003

CIB-Rundbrief
Oktober 2003
Jahrgang 1, Heft 1

Communio Internationalis Benedictinarum

Kontakt: Sr. Monica Lewis OSB, Abtei St. Scholastica, D-49413 Dinklage
  Telefon: +49 4443 5130 Fax: +49 4443 513118 e-Mail: abtei@abteiburgdinklage.de
 Für die deutsche Ausgabe: Sr. Lucia Wagner OSB, Kommunität Venio OSB, Döllingerstr. 32, D-80639 München
  Telefon: +49 89 1795986  Fax: +49 89 177004  e-Mail: wagner@kommunitaet-venio-osb.de


Themen:
Tagung der CIB-Konferenz in Sydney

Liturgie

Referate

CIB-Geschichte

Ius Proprium

Ausbildung

Berichte

ANZBU

Nachrichten

Australien

Nächste Tagung

Editorial:
Seit dem Jahr 2000 hat es keinen Rundbrief gegeben. Aber es wurden viele Stimmen laut, die danach verlangten, weil der Rundbrief sich in der Weitergabe von Informationen als sehr hilfreich erwiesen hatte.
Inzwischen sind die Strukturen für eine Vernetzung benediktinischer Frauenklöster klarer geworden: man einigte sich auf einen Namen, der für sie alle zutrifft – CIB –, und Meinungen und Wünsche werden durch die Delegierten der 19 Regionen bei den Tagungen der Konferenz zu Gehör gebracht. Die Konferenz der Vertreterinnen der CIB hat mich gebeten, diesen Rundbrief herauszugeben und an alle Vertreterinnen zu versenden, die auf diese Weise über Entwicklungen in ihrer Region informieren können. So ist dieser Rundbrief entstanden.

Er enthält eine Reihe von Berichten mit grundsätzlichen Informationen, einfach weil Communio Internationalis Benedictinarum (CIB) noch ganz in den Anfängen steckt. Außerdem bringt er verschiedene Beiträge, die sich mit der unlängst stattgefundenen Tagung der Konferenz der Vertreterinnen der CIB in Sydney 2003 befassen, sowie einiges an Nachrichten und Informationen aus den Regionen. Es wurde nicht versucht, bei der Auswahl dieser Dinge auf Ausgewogenheit zu achten; vielmehr handelt es sich hier grundsätzlich um ein Zusammentragen dessen, was zur Verfügung stand, als einer Art von Dokumentation für diejenigen, die  Informationen an die Gemeinschaften der jeweiligen Region weitergeben. Hoffentlich wird dieser bescheidene Zweck damit erfüllt.

Mein besonderer Dank gilt Mary Robinson, der unermüdlichen Sekretärin von Sr. Sonia Wagner, für ihr Layout des Rundbriefs und für all die Arbeit im Zusammenhang mit dieser Tagung.

         Monica Lewis OSB


Tagung der CIB-Konferenz in Sydney

Irmgard Poroto OSB, Generalpriorin der Benediktinerinnen von Oshikuku, Namibia

Wie schön ist es, wenn Brüder und Schwestern in Frieden miteinander leben. „Daran wird die Welt erkennen, dass ihr meine Jünger seid.“ Es ist zur Tradition der CIB-Konferenz geworden, dass man auf den verschiedenen Kontinenten der verschiedenen Delegierten zusammen kommt. Der Tagung der CIB-Konferenz 2003 wurde die Ehre zuteil, in Sydney, Australien, stattzufinden, vom 13.-20. September 2003; und zwar durch die Einladung von Sr. Sonia Wagner SGS, der Generalpriorin der „Sisters of the Good Samaritan“ vom Orden des Hl. Benedikt.

Die Konferenz begann mit der Tagung des Administrativrats der CIB am Morgen des 12. September im Mount St. Benedict Centre, wo die ganze Konferenz der Vertreterinnen der CIB stattfand.

Am 13. September hatten CIB-Konferenz-Mitglieder die Ehre einer Begegnung mit der Union der benediktinischen Klöster von Australien und Neuseeland (ANZBU), und zusammen mit ihnen hörten wir tags darauf die inspirierenden Vorträge von zwei Australiern: Schwester Margaret Malone SGS und Pater Michael Casey OCSO über Aspekte monastischer Spiritualität (Issues of Monastic Spirituality).

An den darauf folgenden Tagen wurden Themen diskutiert, die mit der Entwicklung der CIB zu tun haben: so der Bericht über den Fort schritt der Entwicklung und Inkraftsetzung der Vorschläge und Entscheidungen der vorhergehenden Tagung der Konferenz in Rom 2002; einige Änderungen im Ius Proprium, die die Aktualisierung in Bezug auf benediktinische Frauen betrafen; Diskussion einer möglichen CIB Stiftung und wie die Erlangung eines rechtlichen Status im Zivilrecht anzugehen sei und schließlich der Bericht des Finanzkomitees über Fortschritte im Ausbau einer finanziellen Struktur, sowie einiger anderer Belange der CIB.

Die warmherzige Gastfreundschaft unserer benediktinischen Schwestern vom Barmherzigen Samariter machte die ganze Zeit unseres Aufenthalts in Sydney sehr angenehm und zu einer Freude. Die beiden Kapitel in der Regel unseres heiligen Vaters Benedikt über die Gastfreundschaft und den guten Eifer hatten in diesen Tagen eine besondere Prägnanz. Sowohl in der Gastfreundschaft als auch in der Liturgie war dies deutlich zu spüren. Die Liturgie war eingebunden in den jeweiligen Tag, dessen Einzigartigkeit in der Liturgie jeweils zum Ausdruck kam.

Da die meisten von uns zum ersten Mal in Australien waren, gab es auch die nötige Zeit, um die benediktinische Gemeinschaft in Jamberoo zu besuchen und Sehenswürdigkeiten in Sydney und Umgebung anzuschauen.

Liturgie, das Leben unserer Klöster
Anmerkungen zur Liturgie während der Tagung in Sydney

Die Liturgie der Woche war sorgfältig vom Liturgieausschuss der Schwestern vom Barmherzigen Samariter vorbereitet worden, von denen alle die Tagung besuchten.

Weil die Kommunität in Pennant Hills zu klein war, um eine Gruppe von 24 ausländischen Besuchern, die mit der Musik nicht vertraut waren, anzuleiten, kam eine beträchtliche Anzahl Schwestern vom Barmherzigen Samariter allein aus diesem Grund für diese Woche, um Unterstützung für eine würdige Feier der Liturgie zu geben. Für jede Gebetszeit wurden eigens Hefte hergestellt und man war besonders bemüht, denen zu helfen und sie mit einzubeziehen, für die Englisch nicht die Muttersprache war. Das wurde zum Beispiel gemacht, indem man während der Woche jeden ganz persönlich und diskret dazu einlud, eine Aufgabe – selbst wenn diese nur ganz unscheinbar und still war - in der Feier zu übernehmen, ob es nun Lesungen oder Gebete waren. Für die Feier zur Begrüßung waren alle eingeladen, sich vor dem Haus zu versammeln. Dort sagte Sr. Sonia: „Während ich Sie heute begrüße, möchte ich die Daruk Einwohner als die traditionellen Wächter dieses Landes würdigen.“ So machte Sr. Sonia die Besucher auf eine Spiritualität aufmerksam, die voller Achtung für die Schöpfung ist. Dann wurden alle in Prozession in die Halle geführt, wo die Begrüßungsansprachen stattfanden. Danach ging es in feierlicher Prozession durch den Kreuzgang in die Kirche; das geschmückte Kreuz und das Evangeliar wurden voran getragen. Am Eingang der Kirche wurde das Kreuz inzensiert und der Eröffnungshymnus zur ersten Vesper vom Fest Kreuzerhöhung erklang zum Lobpreis der Weisheit Gottes, der das Kreuz erwählt hatte, um die Weisheit der Welt zunichte zu machen. Die dabei sein durften, wurden von tiefer Freude und Dankbarkeit für die Heilstaten Gottes erfüllt. Es war der Feier gelungen, die tiefe Gewissheit der Geheimnisse unseres Glaubens zum Ausdruck zu bringen.

Die tägliche Stundenliturgie war sorgfältig vorbereitet worden und die schlichten und schönen Psalmtöne wurden schnell von allen gelernt. Es waren auch Gebete für besondere Anlässe vorgesehen: für das Pflanzen eines Baumes zur Erinnerung an diese Tagung, für das Beten am Grab des Gründers, John Bede Polding, und für das Abschiednehmen. All das trug dazu bei, diese Woche zu einer Gebetserfahrung zu machen. Äbtissin Vera Lucia Parreiras Horta aus Salvador Bahia, Brasilien, schrieb im Anschluss an die Tagung:

„Ich bin zutiefst dankbar für die Art und Weise, wie die Schwestern vom Barmherzigen Samariter die Liturgie dieser Tage vorbereitet hatten. Jedes Detail wurde in das liturgische Feiern eingebracht, nicht nur die Stundenliturgie und die Eucharistiefeier, sondern auch jeder bedeutsame Moment unseres Zusammenkommens. Das verlieh der ganzen Woche eine Atmosphäre des Gebets.

Natürlich war die Begrüßungsfeier zusammen mit Mitgliedern von ANZBU (Australian and New Zealand Benedictine Union) ein Höhepunkt; wie wir in die wunderbar geschmückte Halle geführt wurden; die Prozession in die Kirche, voran das Kreuz, das uns führte und dann die ganze Woche in der Kirche stehen blieb. Mich beeindruckte die Schönheit der Musik, die Schlichtheit des Offiziums, das Schweigen, das Hineinnehmen von Gebärden. Auch die Einladung zur Teilnahme und zur Gestaltung der Liturgie war beglückend; ob es eine Lesung war, das Vortragen der Fürbitten, die Bereitung des Altars oder das gemeinsame Stehen um den Altar. Es war die tiefe Erfahrung, ein Herz und eine Seele zu sein, vereint im Lobpreis Gottes, der uns zusammengeführt hatte, in einer Tradition auf der ganzen Welt. Herzlichen Dank!“

Aspekte monastischer Spiritualität
Referate von Margaret Malone SGS und Michael Casey OCSO

Michael Casey OCSO aus der Abtei Tarrawarra, Victoria, sprach zu dem Thema: „Ein benediktinischer Dekalog: Zehn Worte des hl. Benedikt.“ Margaret Malones Thema war: „Suche den Frieden und jage ihm nach.“ Den Teilnehmern wurde zunehmend bewusst, dass die Erneuerungsbewegung in Australien auf dem Gebiet monastischer Studien bereits auf stille, aber fruchtbare Weise zu einer Erneuerung des geistlichen Lebens in unseren Klöstern geführt hat. Der vollständige Text der Referate ist auf der Website der Schwestern vom Barmherzigen Samariter www.goodsams.org.au unter der Rubrik „What’s New“ zu finden.

Die Geschichte der CIB
Auszug aus der Begrüßungsrede von M. Máire Hickey, Moderatorin der CIB

Die CIB ist als junge und sich entwickelnde Organisation noch nicht sehr bekannt, sogar innerhalb der benediktinischen Familie. So ist es vielleicht nicht überflüssig, wenn ich für unsere australischen Gastgeber kurz skizziere, wer und was diese Gruppe ist, und warum wir hier sind. Um die Geschichte zu verstehen und zu würdigen, muss ich etwas weiter ausholen. Ich hoffe, Sie haben Geduld mit mir.

Die Benediktinische Konföderation ist, wie Sie wissen, nun über 100 Jahre alt. Als sie etwa 70 Jahre alt war, d. h. während der Jahre nach dem 2.Vatikanischen Konzil, war es für diejenigen, denen der Prozess von Selbstreflexion und Selbsteinschätzung, der in den Orden gerade in Gang gekommen war, ein Anliegen war, offensichtlich, dass die Benediktinische Konföderation sich als wirksames Instrument etabliert und bewiesen hatte, als es darum ging, die Entwicklung benediktinischen Mönchtums und seine Sendung in der Kirche in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu ermöglichen. Aber in eben diesem Prozess der Reflexion, dem sich etliche Frauen stellten, die nach der Regel des hl. Benedikt lebten, wurde ebenso deutlich, dass die Frauenklöster, Kongregationen und Föderationen, obgleich mit der Konföderation assoziiert, nicht die Vorteile einer Mitgliedschaft in der Konföderation genießen konnten, die den Männerklöstern zuteil wurde. Viele Frauenklöster waren fast vollständig isoliert von der übrigen benediktinischen Welt. Wir hatten keinen Zugang zu den akademischen, kulturellen und gesellschaftlichen Einrichtungen von S. Anselmo in Rom. Wir waren keine volle Mitglieder der Konföderation, wie es die 24 Kongregationen der Männer waren; also wurden wir auch nicht mit den Benediktiner Äbten eingeladen, um am Äbtekongress teilzunehmen und den Abtprimas zu wählen.

Vielen benediktinischen Schwestern und Nonnen wurde bewusst, dass wir ganz eigene Anliegen hatten, Anliegen, die heute von Frauen in der Kirche oft leidenschaftlich wahrgenommen werden. Wir hatten kein dem Äbtekongress vergleichbares Forum, wo wir uns über unsere Fragen austauschen konnten mit dem Wunsch, unsere Identität als benediktinische Schwestern und Nonnen zu klären und zu formen in der neuen Ära, die mit dem 2. Vatikanischen Konzil begonnen hatte. Und wir hatten absolut keine Strukturen, die uns ermöglicht hätten, uns für diese Veränderungen einzusetzen.

In den Jahren nach 1970 begann eine Kerngruppe von benediktinischen Äbtissinnen, Priorinnen und Generalpriorinnen mit der Aufgabe, ein Netzwerk von Kommunikation unter den Frauengemeinschaften aufzubauen. Sie wurden darin unterstützt vom jeweiligen Abtprimas (fünf, die aufeinander folgten), bis hin zu unserem derzeitigen Abtprimas Notker Wolf. Das Ziel war zunächst einmal, die trennenden Schranken von Isolation und sogar Ignoranz zu überwinden. Das führte dann bald zu dem Wunsch, einen Prozess in Gang zu bringen, der die Bedürfnisse und Wünsche von Benediktinerinnen abklären würde. Wollten und benötigten wir ein Instrument, um die Entwicklung benediktinischen Mönchtums für Frauen und seine Sendung in der Kirche und der Welt der Zukunft zu ermöglichen; ein Instrument vergleichbar der Konföderation, aber angepasst an die unterschiedliche Situation der Frauenklöster? Und wie sollten wir es angehen, so ein Instrument zu schaffen?

Nach der Lex Propria der Benediktinischen Konföderation von 1985 waren Frauengemeinschaften, die nach der Regel lebten, mit der Konföderation KONSOZIIERT oder konnten es werden. Das bedeutete keine volle Mitgliedschaft in der Konföderation, aber einen Status, der sie als authentische monastische Mitglieder des Benediktinerordens bestätigte und sie, getrennt voneinander, vertikal mit der Konföderation und dem Abtprimas verband. Ungefähr um 1987 begannen auch horizontale Beziehungen unter den KONSOZIIERTEN Klöstern, Kongregationen und Föderationen zu entstehen als Ergebnis kleiner internationaler Zusammenkünfte von benediktinischen Nonnen und Schwestern. Bedeutsam an diesem fortschreitenden Prozess war, dass er die Beziehung einer diffusen Abhängigkeit zwischen vielen benediktinischen Frauenklöstern und der Benediktinischen Konföderation von Grund auf veränderte.

Die Nonnen und Schwestern begannen, sich zu vereinigen und Verantwortung für ihre zukünftige Entwicklung zu übernehmen, dabei aber ihren Eigencharakter, ihre Autonomie, kanonische Struktur und ihre bereits vorhandenen Beziehungen mit anderen Klöstern zu bewahren.

Aus diesem Prozess von Vernetzung entstand die Konferenz der Vertreterinnen der CIB. Derzeit gibt es 23 Vertreterinnen in der Konferenz. 2001 votierte die Gruppe nach Rücksprache mit der Basis für den Namen Communio Internationalis Benedictinarum, der für die gesamten mit der Benediktinischen Konföderation KONSOZIIERTEN Frauenklöster, Kongregationen und Föderationen weltweit Gültigkeit hat.

2002 wurden die Statuten der CIB, die seit einigen Jahren erarbeitet worden waren, durch ein Votum von der Konferenz approbiert und vom Abtprimas bestätigt. Ein Administrativrat, der zurzeit aus vier Vertreterinnen der Konferenz besteht und von einer Moderatorin geleitet und von einer Sekretärin und einer Schatzmeisterin assistiert wird, plant, koordiniert und verteilt die anfallenden Arbeiten.

Um es auf den Punkt zu bringen: die Gruppe, die die Schwestern vom Barmherzigen Samariter aus dem Orden des hl. Benedikt hier in Sydney so gastlich aufnahmen, und die von Sr. Sonia Wagner und Fr. Bernard McGrath (Arcadia) so freundlich begrüßt wurden, ist die 2. Jahrestagung der Konferenz der Vertreterinnen der CIB.

Während der letzten 16 Jahre ist ein beträchtlicher Aufwand an Kraft nötig gewesen, einfach um dieses Netzwerk herzustellen und  zur Kommunikation zu ermutigen. Aber das ist natürlich nicht unser Hauptanliegen. Vieles von dem, was wir bisher getan haben, schafft lediglich die notwendigen Vorbedingungen, um die Hauptziele, die in unseren Statuten genannt werden, zu erreichen (gegenseitige Unterstützung, Förderung des Monastischen der Benediktinerinnen weltweit); Aufgaben, die von Jahr zu Jahr konkretere Formen annehmen. Auf allen Tagungen gibt es Vorträge und Austausch über die Regel und über Aspekte benediktinischer Spiritualität im Kontext des alltäglichen Lebens in den verschiedenen Kulturen des 21. Jahrhunderts. Der raison d’être hat sich für eine benediktinische Gemeinschaft nicht geändert. Jede unserer Gemeinschaften existiert, wie jene unserer 1500jährigen Geschichte existiert haben, um Gottes Vorherrschaft in der Welt, in der wir unsere Berufung leben, zu verkünden und zu lobpreisen. Unsere erste Aufgabe ist es, auf die Zeichen zu hören, die uns sagen, wie unser Leben, wie ein Lebensstil zu gestalten sei, in dem wir uns der Erfüllung unserer von Gott gegebenen Aufgabe nähern können. Manche dieser Zeichen werden wie ein leises Flüstern im Herzen einzelner Mönche oder Nonnen wahrgenommen. Aber viele Zeichen, die unser Zeitalter charakterisieren, sind global. Manch einer nennt sie apokalyptisch. Um sie zu erkennen, sie zu interpretieren, sie zu erwidern, müssen wir unbedingt in Kommunikation miteinander stehen.

CIB und die Benediktiner-Konföderation
Einige Grundinformationen

Im September 2002 wurden die Statuten der CIB, in denen die Ziele und die Verfahrenweisen festgelegt sind, beschlossen und vom Abtprimas ratifiziert.

Das hatte zur Folge, dass das Ius Proprium der Benediktiner-Konföderation von 1985 aktualisiert werden musste. Das Ius Proprium beinhaltet die Konsoziation (consociatio) als Form der Mitgliedschaft, die den Frauen-Gemeinschaften gewährt wird, bedeutet aber keinerlei Verbindung zwischen den zugeordneten Klöstern. Es bezieht sich auch auf die Kommissionen von Nonnen und Schwestern, die es so nicht mehr gibt. Es liegt nun bei den Frauen selbst, die Initiative zu ergreifen und einen Antrag für den Äbtekongress 2004 vorzubereiten.

Der kirchenrechtliche Berater der CIB, Abt Richard Yeo, hat an den Vorschlägen gearbeitet, die der Administrativrat vorgelegt hat. Sein Entwurf wurde von Äbtissin Joanna Jamieson vorgestellt und diskutiert. Abtprimas Notker Wolf, der bei dem Treffen anwesend war und der die Frauen bei der ganzen Entwicklung seit seiner Wahl 2000 immer ermutigt hat, nahm die Vorschläge mit zum Treffen der Präsides-Synode, die in der letzten Septemberwoche in Kanada stattfand.

Der Inhalt des kurzen Einführungsreferats von M. Máire Hickey OSB, Dinklage, Deutschland, der Moderatorin der CIB, soll den LeserInnen des Rundbriefs helfen, den Hintergrund der Eingabe zu verstehen, die beim Äbtekongress vorgelegt werden soll. Zu einzelnen Begriffen des Textes gab M. Máire Definitionen:

1. Benediktiner-Konföderation: Die Vereinigung der zurzeit 23 Benediktiner-Kongregationen, die 1893 gebildet wurde. Ihr Vorsitzender ist der Abtprimas, der alle vier Jahre von den Äbten der Mitgliedskongregationen gewählt wird. Sitz der Konföderation ist die Abtei von S. Anselmo.

2. Ius Proprium: Titel einer Schrift, die vier Gesetzes-Dokumente vereinigt: 1. Lex Propria, 2. Ordo celebrandi Congressum Abbatum, 3. Normae de Consociatione cum Confoederatione, 4. Bestimmungen für das Sekretariat der AIM.

3. Lex Propria: Die Bezeichnung für die Konstitutionen der Benediktiner-Konföderation, 1985 von Rom gebilligt. Änderungen in der Lex Propria wie auch in den Konstitutionen der meisten Gemeinschaften müssen von der Religiosen-Kongregation beim Vatikan gebilligt werden.

4. Es gibt drei Formen der Mitgliedschaft in der Konföderation, die in der Lex Propria vorgesehen sind:
a) Ordentliche (oder reguläre) Mitgliedschaft, d. h. die der 23 Männerkongregationen
b) Spezielle (oder außerordentliche) Mitgliedschaft, d.h. die von einigen Männerklöstern, die nicht zu Kongregationen gehören
c) Konsoziation

5. „Konsoziation“: Dieser Ausdruck wird für die Mitgliedschaft autonomer Klöster, Institute und Föderationen gebraucht, die nach der Regel des heiligen Benedikt leben, die als benediktinisch anerkannt sind und mit der Benediktiner-Konföderation verbunden sein wollen. Alle Frauengemeinschaften, die als benediktinisch anerkannt sind, gehören zu dieser Kategorie.

6. Was sind „Normae de Consociatione cum Confoederatione“?
Das ist das Dokument im Ius Proprium, das erklärt, welche Art von Mitgliedschaft Konsoziation ist. Dieses Dokument besteht aus 21 kurzen Artikeln. Dieser Teil des Ius Proprium kann vom Äbtekongress geändert werden.

7. Warum müssen die „Normae“ aktualisiert werden?
Früher waren die Frauengemeinschaften als individuelle Gemeinschaften der Konföderation zugeordnet. Es gab keine Form von Konsoziation, die die unterschiedlichen Frauengemeinschaften untereinander verbunden hätte. Die Gründung der CIB und ihre Delegierten-Versammlung ist ein Versuch, diese Situation zu korrigieren. Die Statuten „definieren die CIB, ihre Ziele und ihre Verfahrensweisen.“

Nachdem dies nun geschehen ist, ist die Zeit gekommen, das in die Normae de Consociatione cum Confoederatione hineinzubringen.

Ausbildung ist für Benediktinerinnen von höchster Wichtigkeit
Eines der Themen des Treffens

Die Frage der Ausbildung für Benediktinerinnen, speziell der Formation in der Zeit nach dem Noviziat, war immer ein zentrales Thema, wenn Benediktinerinnen sich trafen, schon in den ersten Tagen der Kommissionen, die der Abtprimas in den 70er Jahren eingerichtet hatte. Die Diskussion über dieses Thema beim Treffen in Nairobi im November 2001 veranlasste die Mitglieder dazu, Erkundigungen einzuziehen über Möglichkeiten, einen Unterstützungsfonds zur Ausbildung von Benediktinerinnen zu schaffen. Beim Treffen in Sydney berichteten drei Schwestern der „Good Samaritans“, Schwester Lorraine Victorsen, Schwester Laire Dwyer und Schwester Mary McDonald ausgezeichnet über ihre Erfahrung mit der Schaffung eines Fonds in Australien. Schwester Mary McDonald, die große Erfahrung als „facilitator“ hat, half dem Treffen bei der Formulierung der Fragen, die sie selbst diesbezüglich hatten. Dafür ist noch viel grundlegende Arbeit nötig. Das Gespräch über die Fragen eines Fonds wird auch in Zukunft noch längere Zeit auf der Tagesordnung stehen.

AIM-Bericht

Die Vertreterinnen von AIM beim Treffen von Sydney waren Sr. Gisela Happ OSB, Eibingen, und Fr. Mark Butlin OSB, Ampleforth, England. Sr. Gisela Happ ist die neue Generalsekretärin der AIM, lebt in Vanves und arbeitet im Pariser Büro der AIM. Fr. Mark Butlin ist Sekretär für die Regionen Asien, Afrika und Ozeanien, was bedeutet, dass er viel unterwegs ist, um Gemeinschaften zu besuchen und ihre Bedürfnisse kennen zu lernen.

Fr. Mark berichtete kurz, sehr informativ und hilfreich über die Arbeit der AIM. Er machte sehr deutlich, dass er auf gute Zusammenarbeit  mit der CIB hofft und versprach, alle eigenen Erfahrungen und Kenntnisse der CIB-Konferenz zur Verfügung zu stellen.

Ein wichtiger Teil von Fr. Marks Bericht war, die Anerkennung auszusprechen für den Beitrag, den Australien für AIM und die Angebote für monastische Formation leistet. Sowohl Professoren als auch Teilnehmer aus Australien haben am Kurs Formation für Formatoren teilgenommen. Wegen der immensen Entfernungen, die in diesem großen Kontinent überwunden werden müssen, haben die Australier das Fernstudium entwickelt, und viele ihrer Erfahrungen werden nun zusammengebracht, um sie für Benediktiner in aller Welt zugänglich zu machen. Halten Sie die Augen offen für künftige Hinweise.

Eine Anschrift, die Fr. Mark weitergeben konnte: Centre for Christian Spirituality PO Box 125 Wahroonga NSW Australia.
email-Adresse: ccs-info@brokenbay.catholic.org.au
website: www.ces.catholic.edu.au

Das CCS ist ein Arbeitsbereich der Katholischen Diözese von Broken Bay.

Spezielle Kurse über benediktinische Spiritualität sind von den Schwestern vom Barmherzigen Samariter während der letzten 20 Jahre entwickelt worden. Die Schwestern wurden gebeten, diese für einen größeren Kreis zugänglich zu machen.

Sr. Margaret Malone SGS hofft, wieder einen Kurs über die Regel anbieten zu können, unter Verwendung der 1996 veröffentlichten Ausgabe von Kardong. In diesem Kurs bekommen alle Teilnehmer Partner, die den Kurs auch mitmachen, und mit denen sie ihre Gedanken über das betreffende Material austauschen. Dieser Austausch geschieht per Fax. Diese Verbindung mit anderen Benediktinern macht das Arbeiten personenbezogen möglich und vertieft die Mitarbeit, im Nebeneffekt hilft sie, große Entfernungen zu überwinden. Die Website der Good Sams ist: www.goodsams.org.au.

Der Kurs über monastische Spiritualität, der von P. Brésard, Citeaux, erarbeitet wurde und im Internet unter der Website der Abtei von Scourmont in Englisch und Französisch zu finden ist, wird erneut veröffentlicht werden mit eigenen Anleitungen für Lehrer und vielen hilfreichen Arbeitsblättern. Dieser Kurs ist höchst empfehlenswert. Fr. Mark sammelt weitere Informationen über Lernen aus der Entfernung und macht sie allgemein zugänglich.

Der Kurs Formation für Formatoren, der jetzt jeden Sommer in Rom stattfindet, war sehr erfolgreich. Fr. Mark machte klar, dass dies kein AIM-Projekt ist, obwohl er selbst sehr viel damit zu tun hatte. Er wurde initiiert von Abtprimas Marcel Rooney und blieb ein Projekt des Abtprimas. Anmeldungen für den Kurs 2005 können an Dom Brendan Thomas in die Belmont Abbey, England geschickt werden:
dombrendan@aol.com.

Sr. Gisela Happ hat sich speziell mit den Finanzen der AIM befasst und informierte darüber, wohin man sich für Unterstützung durch den AIM-Fonds wenden muss. Zwei Mal jährlich findet ein Treffen statt, bei dem entschieden wird, welche Anträge auf Finanzhilfe bewilligt werden. Anträge können bis zum 1. Mai für das erste Treffen und bis zum 1. November für das zweite Treffen gestellt werden. Sie betonte, dass zu spät eintreffende Anträge nicht berücksichtigt werden können. Die Gemeinschaften, die Verbindung zu Fr. Jacques Coté (Sekretär für Südamerika) oder Fr. Mark Butlin haben, werden gebeten, Schriftwechsel betreffend finanzielle Unterstützung an die Pariser Anschrift von AIM zu schicken. Da Fr. Mark und Fr. Jacques viel unterwegs sind, werden Anfragen an ihre Heimatanschrift oft zu spät geöffnet.

Bericht von den Philippinen (Region 14)
von M. Angelica Leviste OSB

“Die Philippinen sind durch einen Sturm von zerstörerischen Kräften gegangen, der Staatsstreich, der Ende Juli dieses Jahres stattfand, ist dafür ein Beispiel. Im Zentrum dieses Sturmes steht ein gut organisiertes und gut finanziell ausgestattetes Bemühen gewisser Kräfte, die das Ziel haben, die Demokratie durch massive Missinformation und politische Agitation zu Fall zu bringen.

Bestechung und Korruption haben alle Schichten der Gesellschaft durchdrungen, einschließlich der höchsten Ränge militärischer und ziviler Amtsträger des Landes. Es gibt eine bemerkenswerte Abnahme in der religiösen und moralischen Kraft des Volkes ... Armut und Kriminalität nehmen zu. Daher gibt es wachsende Unruhe und Unzufriedenheit in unserem Volk.

Inmitten dieser Unrast und gefangen in den Strömungen der postmodernen Kultur spüren wir, die monastischen Gemeinschaften auf den Philippinen, das Bedürfnis nach einer radikalen Umkehr und nach einem authentischen Leben gemäß unserer monastischen Berufung.

Erneuerung in unseren Gemeinschaften wird es uns ermöglichen, SAUERTEIG FÜR GERECHTIGKEIT UND FRIEDEN in unserer Welt und des Himmelreichs zu werden.“

M. Angelica zählt die Kurse und Programme zur weiteren Erneuerung ihrer eigenen Kongregation, der Missions-Benediktinerinnen von Tutzing, und der anderen Benediktinerinnen, die es in ihrem Land gibt, der Benediktinerinnen des Eucharistischen Königs, auf.

Sie fährt fort: „Die Benediktinerinnen auf den Philippinen haben eine Vereinigung gebildet. Die Kerngruppe dieser Vereinigung trifft sich mindestens zwei Mal jährlich zur Planung der fortlaufenden Formation ihrer Mitglieder.“ Diese fortlaufende Formation scheint auf den Philippinen eine große Priorität zu haben. So passt es gut, dass das Treffens der BENEDIKTINERINNEN VON OSTASIEN UND OZEANIEN (BEAO) unter dem Thema: „Die E-Generation und die Zukunft des Mönchtums“ im Dezember 2003 bei der Gemeinschaft in Manila zu Gast sein wird. M. Angelica schreibt: „Die jungen Menschen, die heute in unsere Klöster eintreten, bringen eine Welt von Werten, Überzeugungen und Hoffnungen mit, die von der heutigen Kultur geprägt ist. Wir müssen einige lebenswichtige Fragen ansprechen: Wie können wir der E-Generation  monastisches Leben effektiv nahe bringen? Wie können wir unsere monastische Berufung im Zusammenhang mit der postmodernen Kultur so leben, dass wir am nicht Aufgebbaren des monastischen Lebens festhalten?“ Unter den Referenten sind Br. Douglas Mullin OSB aus Collegeville und Abtprimas Notker Wolf.

Regional-Treffen der Benediktinerinnen in Namibia (Region 18)
von M. Irmgard Poroto OSB

Die Vereinigung der Benediktinerinnen in Namibia und Südafrika heißt BECOSA. Im Februar 2003 traf sich diese Gruppe. Das Treffen bot eine gute Gelegenheit, über die Entwicklungen in der CIB zu informieren und über das Symposium 2002 zum Thema: „Der gute Eifer“ Bericht zu erstatten.

Eine der Teilnehmerinnen des ersten Kurses Formation für Formatoren (Ausbildung für in der Noviziatsausbildung tätige Schwestern) in Rom berichtete über ihre Erfahrungen und M. Theodora sprach vom Austausch der Schwestern über ihre jeweiligen Schwierigkeiten. Das Treffen der BECOSA war auch sehr hilfreich, weil es zur Frage der Motivation jüngerer Schwestern, die ein monastisches Leben beginnen wollen, Impulse gab und Kriterien benannte, die geeignet sind, eine Berufung zu erkennen.

BECOSA hat ein Finanzkomitee eingerichtet, das Möglichkeiten prüfen soll, um die CIB–Konferenz, wenn auch nur in bescheidenem Umfang, zu unterstützen.

Finanzierung der Treffen

Nachdem Sr. Colleen Haggerty, die Vorsitzende der St. Benedict Federation, Minnesota/USA, M. Maire Hickey darüber informiert hatte, dass sie für das Amt der Schatzmeisterin der CIB-Konferenz nicht länger zur Verfügung stehen könne, wurde M. Johanna Domek OSB, Priorin der Benediktinerinnen in Köln-Raderberg gebeten, dieses Amt zu übernehmen. Mit M. Johanna sind im Finanzkomitee M. Lucia Wagner OSB (Venio, München) und M. Erica Van de Cauter OSB (Schotenhof, Belgien). Der Finanzbericht, den sie vorstellten, macht deutlich, dass ein Finanzierungssystem für die CIB im Entstehen begriffen ist. Die Delegierten aller 19 Regionen wurden gebeten, möglichst etwas zu den laufenden Kosten der Konferenz beizutragen. Derzeit gehören dazu die Kosten für das Sekretariat, die jährlichen Treffen sowie das alle vier Jahre stattfindende Symposium. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten in vielen Regionen ist das nicht einfach. Auch die Vernetzung unter den Klöstern in einigen Regionen ist noch sehr neu, und das Bewusstsein für den Wert internationalen Austausches und gegenseitiger Unterstützung entwickelt sich erst allmählich. Nichtsdestoweniger nimmt die Arbeit, die bereits geleistet wird, um Bewusstsein zu schaffen und die Treffen zu finanzieren, Konturen an.

Älter werdende Gemeinschaften

Abtprimas Notker Wolf hob hervor, dass unter der Leitung von Äbtissin Luitgardis Hecker OSB, Mariendonk, eine Kommission der VBD (Vereinigung der Benediktinerinnen im deutschsprachigen Raum) und der SÄK (Salzburger Äbtekonferenz) eingesetzt worden sei, die die Probleme älter werdender Gemeinschaften erforschen soll. Da es sich hierbei nicht um ein Problem nur der deutschsprachigen Gemeinschaften handelt, empfahl er, ähnliche Kommissionen auch anderswo einzurichten. Er stellte fest, er halte es nicht für seine Aufgabe, sich der Schwierigkeiten einzelner Gemeinschaften anzunehmen. Stattdessen sollten sich die Gemeinschaften einer Region zusammenfinden um einander zu stützen, zu beraten und Strukturen zu schaffen, die geeignet seien sich der Probleme ihrer Mitgliedergemeinschaften anzunehmen.

Berufungen fördern

In der Frage der Förderung von Berufungen zum monastischen Leben hob Abtprimas Notker Wolf hervor, es gebe heute einen großen Durst nach geistlichen Werten unter jungen Menschen. Das sei offensichtlich bei den neuen geistlichen Gemeinschaften unserer Zeit. Benediktinische Gemeinschaften hätten die Aufgabe, in Beziehung zu kommen mit diesen Menschen, die nach Wegen suchen, ihrem geistlichen Leben eine Ordnung zu geben. Es gehe darum, im Ausdruck des Charismas anpassungsfähig zu sein und dabei der Weisheit der Regel Benedikts treu zu bleiben. Besonders setzte er sich dafür ein, die Reife aller Glieder einer Gemeinschaft zu fördern, unabhängig davon, wie zurückgezogen ihr Leben auch sein möge. Reife in der menschlichen Entwicklung sei eine entscheidende Voraussetzung für Glaubwürdigkeit im Ausdruck geistlicher Werte. Dies allein rufe den Respekt junger Leute hervor, die in der heutigen Welt nach Gott suchen.

Das Kloster Unserer Lieben Frau vom Kalvarienberg
in Jerusalem
Eine benediktinische Präsenz im Heiligen Land aufrecht erhalten

Die Vorsitzende der Französischen Kongregation Unserer Lieben Frau vom Kalvarienberg, Mutter M Claire Ducruit, hat uns gebeten, über das Netzwerk der CIB aufzurufen zur Solidarität mit den Nonnen des Klosters auf dem Ölberg in Jerusalem, die sich darum mühen, ihren Dienst in diesen unruhigen Tagen nicht abbrechen zu lassen.

Die Kongregation Unserer Lieben Frau vom Kalvarienberg wurde 1617 in Poitiers (Frankreich) gegründet. Die Gründerin war beseelt von dem tiefen Wunsch, eine Gemeinschaft von Benediktinerinnen zu haben, die als Jüngerinnen Jesu an dem Ort leben, wo er alles gegeben hat, ganz Zeuge der Liebe wurde durch seinen Tod, seine Auferstehung und Himmelfahrt. Aber dieser Wunsch konnte nicht verwirklicht werden, weil sich die heiligen Stätten damals in der Hand der Türken befanden. Die Gemeinschaft in Poitiers lebte ein Apostolat des Gebets für die Wiedererlangung der heiligen Stätten für die christliche Kirche, in der Absicht, so bald als möglich nach Jerusalem zu gehen.

Aber erst 1896, nachdem die Kongregation in Frankreich eine Reihe weiterer Gründungen ins Leben gerufen hatte, wurde es möglich, den Plan umzusetzen, der 300 Jahre zuvor gefasst worden war. 1892 machte der Generalvikar des griechisch-melkitischen Patriarchats von Jerusalem dem Kloster der Kongregation Unserer Lieben Frau vom Kalvarienberg in Angers einen Besuch und bat die Kongregation um eine Gründung in Jerusalem. Unter großen Schwierigkeiten erhielten die Nonnen die nötigen Genehmigungen.1897 entstand die Gründung.

Eine Auflage dabei war, ein kleines Waisenhaus für griechische Mädchen zu unterhalten. Um 1903, nachdem viele scheinbar unüberwindliche Schwierigkeiten überwunden worden waren, wurde das Kloster mit dem Waisenhaus vollständig errichtet.

Die Gemeinschaft mit ihrer Sorge für christliche palästinensische Waisenkinder überlebte die wechselvolle Geschichte im Heiligen Land des 20. Jahrhunderts. 1914 musste die Gemeinschaft nach Frankreich evakuiert werden. Als die Nonnen 1919 nach Jerusalem zurückkehrten, erfuhren sie die wachsenden Spannungen zwischen Juden und Arabern unter dem Britischen Mandat hautnah und durchlebten den Krieg, der nach der Gründung des Staates Israel im Jahr 1948 ausbrach. Die 60er Jahre waren für sie, wie für alle religiösen Gemeinschaften, die Zeit des Aggiornamento. Ihre Stellung in der Kirche von Jerusalem und ihre Situation auf dem Ölberg zog die Nonnen hinein in die neuen ökumenischen Beziehungen, die sich damals in der heiligen Stadt entwickelten, und sie öffneten ihre Türen für die Erneuerung der Liturgie und der monastischen Observanz. 1979 zwangen veränderte Vorschriften des israelischen Erziehungsministeriums die Nonnen, das Waisenhaus zu schließen. Sie unterstützen weiterhin finanziell die Ausbildung einer Reihe christlicher Palästinenserkinder, den Schwerpunkt ihrer Arbeit haben sie jedoch auf ein Apostolat des Ikonenmalens und der Gastfreundschaft verlegt. In der Ikonenwerkstatt des Klosters ist der größte Teil der Gemeinschaft mit der Vorbereitung und dem Malen von Ikonen beschäftigt, die in die ganze Welt verkauft werden.

1997 nahm die Gemeinschaft anlässlich der Feiern zu ihrem 100jährigen Bestehen ein neues Projekt in Angriff: Ordensleute, die nach einer Möglichkeit suchen, im „Land des Wortes“ Leben und Gebet mit einer monastischen Gemeinschaft zu teilen, sind zu einem Jahr biblischer Studien in Verbindung mit Ikonenmalerei eingeladen.

Das Leben der Christen und christlichen Gemeinschaften in Israel wird von Jahr zu Jahr riskanter.

Immer weniger Besucher kommen von auswärts, und die Gefahr der Isolation wächst.

Diejenigen, die dazu berufen sind, in Jerusalem zu bleiben, sind auf unser Gebet angewiesen. Der Dienst, den diese Gemeinschaft der christlichen Bevölkerung leistet, indem sie in der Heiligen Stadt eine benediktinische Präsenz aufrecht erhält, die christlich-kontemplativem Leben geweiht ist, verdient unser aller Unterstützung und Solidarität.

Schwestern, die eine Sabbatzeit planen, leisten einen wertvollen Dienst der Solidarität, wenn sie sich nach dem Programm erkundigen, das die Nonnen auf dem Ölberg anbieten, und für einige Zeit Gebet und Leben in Jerusalem mit ihnen teilen.


Adresse:
Mère Prieure Christine Nicole Devillon OSB
Monastère des Bénédictines du Mont des
Oliviers
POB 19338
Jérusalem-Est
Israel

Die CIB-Konferenz aus dem Blick 
der Gemeinschaft der Schwestern vom Barmherzigen Samariter
Margaret Malone SGS

Kontakt zu anderen, nicht-australischen Benediktinerinnen aufzunehmen, bedeutete für uns Schwestern vom Barmherzigen Samariter bisher fast immer eine Weltreise. In vielen Gemeinschaften wurden wir herzlich aufgenommen. Diesmal hatten wir, hier in Australien, die Gelegenheit, unsere Mitschwestern aus so vielen Gemeinschaften während dieses Treffens der CIB willkommen zu heißen und sie in unseren Häusern und Herzen aufzunehmen. Dies war eine außerordentliche Gnade für uns. Die Begegnung mit so vielen wunderbaren benediktinischen Frauen hat uns reich beschenkt und uns geholfen, uns selbst als Teil der vielen Gemeinschaften zu fühlen, die sie repräsentieren. Es gab Zeiten, da kam es uns Schwestern vom Barmherzigen Samariter vor, wir seien ganz anders als unsere Schwestern anderswo auf der Welt, weil wir in Australien von ihnen isoliert lebten. Die jetzige Erfahrung hat jedoch unser Zugehörigkeitsgefühl gestärkt und unsere gemeinsame Lebensform als Benediktinerinnen deutlich gemacht. Mag sein, dass wir alle unterschiedlich aussehen, aber wir teilen das gleiche Leben und finden mit großer Leichtigkeit zueinander in der Feier der Liturgie und im gegenseitigen Einvernehmen.

Schon früher gab es Verbindungen zu vielen Einzelpersonen und Gemeinschaften, und das hat uns allen geholfen, uns zuhause zu fühlen, aber in Zukunft werden die Bande der Zugehörigkeit, die bei diesem Treffen der CIB geknüpft wurden, noch weiter vertieft werden.

Es ist schwer, etwas ganz zu verstehen, bevor man es nicht erfahren hat, und das gilt auch für unser Verständnis davon, welche Rolle die Delegiertenkonferenz der CIB für uns spielt. So viele Schwestern vom Barmherzigen Samariter haben sich an den verschiedenen Programmpunkten beteiligt - während der Vorbereitung auf den verschiedenen Ebenen, durch Gastfreundschaft, in der Liturgie, bei den Vorträgen, Besuchen und Ausflügen – dass daraus ein wunderbares Verständnis für die Rolle dieser sehr wichtigen Gruppe erwachsen ist. Es wird für uns nicht länger ein Geheimnis bleiben, was unsere Priorin tut, wenn sie an diesen Treffen teilnimmt. Es ist unter uns ein echter Sinn für die wunderbare weltweite Präsenz benediktinischer Schwestern entstanden.

Vielleicht empfinden die Delegierten der Konferenz, dass ihr Besuch in Australien eine wunderbare Erfahrung war; die Schwestern vom Barmherzigen Samariter jedenfalls können ehrlich sagen, dass sie während der Zeit dieses Treffens ein kostbares Geschenk empfangen haben.

Die Benediktinische Union von Australien und Neuseeland

Es war eine große Bereicherung für die CIB-Konferenz, am Treffen der ANZBU, der Benediktinischen Union von Australien und Neuseeland, teil zu nehmen. ANZBU ist ein Zusammenschluss von Ordensgemeinschaften die nach der Regel des hl. Benedikt leben. In der Broschüre, die für die Mitgliedschaft in dieser Vereinigung wirbt, heißt es: In Übereinstimmung mit den Leitlinien von Perfectae Caritatis 22-33 wurde die Vereinigung bei einem Treffen benediktinischer Ordensoberinnen und –oberer im April 1969 ins Leben gerufen. Dem folgte ein Antrag, der auf dem ersten monastischen Treffen in Asien im Dezember 1968 in Bankok formuliert und von der AIM unterstützt wurde.

    In der ANZBU sind vertreten:
    St. Benedict’s Monastery, Arcadia/New South Wales; 1949 gegründete Männergemeinschaft,
    St. Mark’s Priory Camperdown; 1975 gegründete anglikanische Gemeinschaft von Männern und Frauen,
    Good Samaritan Sisters of the Order of St. Benedict; 1857 gegründete Frauengemeinschaft,
    The Benedictine Abbey of Jamberoo; 1857 gegründete Frauengemeinschaft,
    Benedictine Community of Christ the King, Warangatta; 1993 gegründete anglikanische Frauengemeinschaft,
    Benedictine Missionary Sisters, Kalumburu; 1885 gegründete Frauengemeinschaft,
    Southern Star Abbey, Kopua, Neuseeland; 1954 gegründete zisterziensische Männergemeinschaft,
    Tamby monastery; 1978 gegründete Frauengemeinschaft,
    Holy Trinity Abbey, New Norcia; 1846 gegründete Männergemeinschaft,
    Tyburn Priory, Riverstone; 1956 gegründete Frauengemeinschaft,
    Tyburn Monastery, Bombay, Neuseeland;1996 gegründete Frauengemeinschaft,
    Tarrawarra Abbey, Yarra Glenn Cistercian; 1954 gegründete Männergemeinschaft,

Koordinator der ANZBU ist Bernard McGrath OSB von Arcadia und Sekretärin Cecily Pullen SGS, eine Schwester der Good Samaritan Sisters. Die ANZBU ist verantwortlich für die Veröffentlichung der monastischen Zeitschrift TJURUNGA, die nicht nur Beiträge zu monastischen Themen aus Europa und den USA, sondern auch wissenschaftlich fundierte Artikel australischer Autoren und Autorinnen veröffentlicht. Der Schriftleiter, Michael Casey OSCO, ist in Australien und darüber hinaus für seine Bücher bekannt. Margaret Malone SGS, Pam Pullen SGS und Terence Kavenagh OSB, die zum Redaktionsteam gehören, haben alle zur Erneuerung der monastischen Spiritualität in der Region beigetragen.

Sekretariat

Abtprimas Notker Wolf hat der CIB angeboten, eines der neuen Büros, die in der Nähe der Portineria in S. Anselmo gebaut werden, als dauerhaftes Sekretariat zu nutzen. Im Moment gibt es keine Pläne, dort jemanden auf Dauer zu haben, aber es besteht eine große Notwendigkeit, Archive aufzubauen für alle Belange der benediktinischen Frauen, Information über Klöster und Regionen ebenso wie Materialien, die für die Treffen benötigt werden. Man hofft, dieses Büro ab Oktober 2004 nutzen zu können.

Catalogus der Benediktinischen Frauen

Der Catalogus, der 2000 herauskam und zum ersten Mal alle benediktinischen Frauenklöster dokumentiert, muss aktualisiert werden. Die erste Revision des FrauenCatalogus ist für 2006 geplant. Vom Kloster in Eibingen gibt es ein Angebot, dabei zu helfen, aber mehr Hilfe wird nötig sein. Alle, die in der Lage sind zu helfen, bevorzugt aus Deutschland, auch wenn es nur für 6 Monate ist, möchte sich melden bei:

 

Neue Delegierte auf der Konferenz der CIB

Im April 2003 fand die Wahl der Delegierten der Region 3, Frankreich und Israel, statt. Die neue Delegierte ist M. Véronique Dussud OSB, Generaloberin der Benediktinerinnen des gekreuzigten Christus in Brou sur Chantereine.

In Region 10, ABBECA, hat M. Inés Sánchez Randón das Amt der Generaloberin der Missioneras Guadalupanas de Christo Rey in Mexiko und ihr Amt als Delegierte für die Region auf der Konferenz niedergelegt. Es gab noch keine Neuwahl.

CIB Website

Auf dem Treffen in Sydney sagte Sr. Johanna Domek, Priorin des Benediktinerinnenklosters in Köln, Deutschland, zu, eine Website für die CIB einzurichten. Sie wird mit Sr. Ruth Schönenberger von den Tutzinger Missions-Benediktinerinnen zusammenarbeiten, die die technische Seite des Projekts übernehmen wird. Sr. Johanna bittet darum, dass Vorschläge für benediktinische Links, welche in die Website integriert werden könnten, bis zum 15. November 2003 an sie geschickt werden sollen. Mit der Zeit wird es für jede Region möglich sein, ihre Aktivitäten über diese Website zu veröffentlichen.

 

A Vision will come true – Benedictine women and men

Unter diesem Titel ist die englische Version eines Buches von Agatha Rohtert OSB, Dinklage, erhältlich (deutscher
Originaltitel: "Werdendes Gleichgewicht"). Agatha Rohtert untersucht die Situation von Frauenklöstern in Deutschland und den USA im 19. Jh. in Bezug auf ihre Beziehung zu Strukturen, die zu dieser Zeit für benediktinische Männergemeinschaften geschaffen wurden, und untersucht die Gründe für die Entwicklungen im 20. Jh. Ihre Studie beleuchtet Denkfehler, die aus dem sozialen Kontext des 19. Jh. resultieren. Bestellformulare sind erhältlich bei:

Konferenz der benediktinischen Priorinnen (CBP)

„Konferenz der benediktinischen Priorinnen“ (CBP) ist der neue Name für die Konferenz der amerikanischen benediktinischen Priorinnen (früher: CABP).

Vertiefung monastischer Wurzeln
Eine Erfahrung von Erneuerung

Vertiefung monastischer Wurzeln: eine Erneuerungserfahrung für englischsprachige benediktinische Frauen, gesponsert von der Konferenz benediktinischer Priorinnen, 10.-13. Juli2004. Es gibt Stipendien für dieses Erneuerungsprogramm. Bitte kontaktieren Sie Schwester Marcia Ziska OSB, Atchison. mziska@mountosb.org

Einige historische Fakten über Australien
von Sonia Wagner SGS

Wir sind alle Pilger, die gereist sind. Manche von Ihnen sind noch immer müde von der Reise. Mit Entfernung umzugehen ist ein wesentlicher Faktor des Lebens in dieser Region der Welt, welche wir Ozeanien nennen. Manchmal sprechen wir von der Tyrannei der Entfernung.

Geographisch besteht Ozeanien aus vielen Inseln, großen und kleinen, getrennt und ebenso verbunden durch Wasser. Der Kontinent Australien ist die größte Insel - und wir erkennen heute die benachbarten Inseln von Neuseeland an.

Die ursprünglichen Einwohner dieses Landes, das verstehen wir jetzt, lebten hier schon seit etwa 50.000 Jahren. Die Ansiedlung von Weißen begann erst vor relativ kurzer Zeit.

An Pfingsten 1606 grüßte De Quiros, ein Spanier, von weitem das, was der große südliche Kontinent zu sein schien, den er suchte.

Er gab ihm den Namen "Das südliche Land des Heiligen Geistes".

Im 17. Jh. entdeckten die Niederländer den Westen Australiens und gaben ihm den Namen Neu Holland. Sie waren von der trocken aussehenden Küste nicht beeindruckt und machten deshalb nicht weiter.

Nachdem die Briten im 18. Jh. das nordamerikanische Gebiet, heute als USA bekannt, verloren hatten, schauten sie aus nach neuem Land. Besonders brauchten sie etwas, wo sie die Häftlinge - hauptsächlich Iren - hinschicken konnten. Zu der Zeit wurde das Land als Australien bekannt. Vom 26. Januar 1788 an begann die Ansiedlung von Weißen in Sydney. Es ist kontrovers, dass dieser Tag dann der „Australia Day“ wurde.

 

Besuch in der Polding Villa

Auf dem Grundstück des Toxteth House, dem zentralen Haus der „Good Samaritans“, nicht weit vom Zentrum Sydneys entfernt, steht das runde, einladende Gebäude der Polding Villa. Das ist das Zuhause von vielen der älteren Schwestern der „Good Samaritans“. Dort in der täglichen Messe und im gemeinsamen und privaten Gebet erfüllen sie die Mission des Gebets für die Arbeiten der Gemeinschaft und für die Kirche von Australien. Deshalb war es für sie sehr wichtig, die Mitglieder der CIB Konferenz zu treffen, für welche sie eine lange Zeit gebetet hatten, und es war wichtig für uns, diese entzückenden Frauen zu treffen, welche auf einen langen und fruchtbaren geistlichen Dienst zurückblicken können und welche jetzt mit einer großen Selbstlosigkeit und Offenheit des Herzens die Angelegenheiten und Bedürfnisse derer verfolgen, die jünger sind. Sie begrüßten uns mit Wohlwollen und Interesse und versicherten uns, dass die Belange des CIB weiter in ihrem Gebet bleiben werden. Mit Dankbarkeit schauen wir auf diese Gemeinschaft im Herzen der Kirche.

 

John Bede Polding OSB
von Sonia Wagner SGS

John Bede Polding, ein Benediktinermönch der Abtei Downside, England, kam 1835 nach Australien. Er wurde der erste katholische Erzbischof von Australien und spielte eine große Rolle im Leben der neuen Kolonie. Zweifellos liebte er Australien, das Land, das er adoptiert hat. Oft sagte er, "Als ich hier hin kam, war ich dazu bestimmt, mich für einen Australier zu halten."

Polding, der 1840 Australien verließ, um in England nach Geld und Missionaren Ausschau zu halten, sagte, dass er "mit den Gefühlen eines Australiers ging und dass er nach England ging, um diesem Land Bilder des wahren Australien zu zeigen", (zitiert nach "Australasian Chronicle, 17. November 1840).

Zur Zeit von Poldings Tod schrieb sein Nachfolger als Erzbischof von Sydney, Roger Bede Vaughan: "Die Leute spüren, dass er mit ihren eigenen Zeiten und der frühesten Geschichte der Kolonie identifiziert ist.“

Die Fähigkeit zur Identifikation mit den Menschen war die Quelle für Poldings Mitleid und für seinen Eifer für Gerechtigkeit. In einer seiner Stellungnahmen an das parlamentarische Komitee 1845 über den Umgang mit den Aborigines sagte er: "...Ich mache mich zu einem Schwarzen, stelle mich in diese Position, entferne alles, was ich weiß, außer, dass das mein Land ist, dass mein Vater vom Jagen von Emu und Känguruh lebte, dass ich vertrieben bin von meinen Jagdgründen, dass meine Kinder und mein Stamm den gröbsten Grausamkeiten unterworfen sind."

In seiner Fastenpredigt 1856 sprach sich Polding aus für Einheit in Vielfalt in diesem neuen Australien. "Vor allem anderen sind wir Katholiken und dann sind wir Australier. Durch diesen Namen sind alle Unterscheidungen der Herkunft verschlungen; aus welchem Land unsere Eltern auch immer kommen, sei es aus Irland, Frankreich, England, aus Schottland, aus Deutschland... wir sind keine Iren, Franzosen, Engländer und Schotten mehr, sondern Australier."

Erzbischof Polding war die Hauptstütze der katholischen Kirche in Australien und ganz besonders den Good Samaritan Sisters, welche er 1857 gründete, ihnen die Regel des Hl. Benedikt gebend. Er starb 1877 und sein Grab ist in der Krypta der St. Mary's Cathedral in Sydney.

Nächstes Treffen der Konferenz der CIB

Das nächste Treffen der CIB, 16.-20. September 2004, wird vor dem Äbtekongress, 20.-29. September 2004, sein, zu welchem alle Mitglieder der Konferenz eingeladen sind. Die Anwesenheit auf dem Kongress drückt die Bedeutung aus, die wir der Zusammenarbeit mit unseren Brüdern geben. Die Gemeinschaft in Assisi hat die Konferenz dazu eingeladen, sich dort zu treffen, bevor sie nach Rom zum Kongress geht. Weitere Informationen über dieses Treffen werden an die Mitglieder der Konferenz später im Jahr herausgehen.

Übersetzung des Rundbriefs ins Deutsche: Sr. Monica Lawry OSB, Marienrode, Sr. Anna Trübsbach OSB und Sr. Katharina Oppel OSB, Venio, Sr. Tanja Fock CCR, Schwanberg.

Bemerkungen zum Abschied
Eine kleine Auswahl von Reaktionen auf das Treffen in Sydney

„Was ich am meisten schätze, ist, dass die Konferenz der Delegierten der CIB größere Verantwortung wahrnimmt in der Erneuerung des monastischen Lebens und des ständigen Zusammenlebens in Gemeinschaft. Zusammen können wir mehr und Besseres erreichen.“

„Ich weiß die Art, wie die Schwestern vom Barmherzigen Samariter die Liturgie dieser Tage vorbereiteten, sehr hoch zu schätzen. Jedes Detail war in die Form einer Feier gebracht, nicht nur das Stundengebet und die Eucharistie, sondern auch jeder wichtige Augenblick unseres Treffens. Dies schenkte uns während der ganzen Woche eine Atmosphäre des Gebets.“

„Ich möchte meine Anerkennung aussprechen für die meisterhafte Sorgfalt, mit der das Treffen der CIB-Konferenz vorbereitet war. Die „Good Sams“ und Mary Robinson bedachten jedes Detail. Ihre lächelnde Großzügigkeit und Freundlichkeit haben mich tief berührt.“

„Es war meine erste Erfahrung einer Delegiertenkonferenz. Ich war betroffen und berührt von der schwesterlichen Atmosphäre und den liebenswürdigen Beziehungen. Die Anwesenheit von Abtprimas Notker war wichtig als sichtbarer Kontakt mit der Konföderation. Mir gefielen die Besuche in anderen Gemeinschaften. Das fördert die Offenheit unseres Herzens und unseres Geistes.“

„Das Gastgeberland ist in jeder Weise großartig organisiert. Die Liturgie war wunderbar. Es war eine bereichernde Erfahrung, dass man nicht nur den Mitgliedern der Konferenz begegnen konnte, sondern auch der Gemeinschaft der Schwestern vom Barmherzigen Samariter und den Benediktinischen Mönchen und Nonnen der Region. Es war beeindruckend zu sehen, dass die Gespräche über monastische Spiritualität der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden, und Laien zu treffen, die der benediktinischen Spiritualität und den benediktinischen Werten nahe stehen. Schließlich war die Anwesenheit des Abtprimas und zweier Gäste der AIM sehr hilfreich.”

„Für mich ist es ein Ereignis, um so mehr, als ich von so weit her kommen musste, um schließlich und endlich eine benediktinische Zusammenkunft zu erleben, bei der die irische Präsenz wirklich greifbar ist. Es ist eine Freude für mich zu entdecken, wie viele Iren hier den Spuren des hl. Benedikt gefolgt sind, und mich mit Ihnen zu verbinden.”

 

„Ein besonderes Geschenk des Treffens hier in Sydney war für mich, wie die Schwestern vom Barmherzigen Samariter nicht nur Zeit, Räumlichkeiten und Gastfreundschaft mit uns teilten, sondern sich auch Zeit nahmen, alle Gebetszeiten, Mahlzeiten und Ausflüge mit den Besuchern mitzumachen. Besonders der Austausch während der ganzen Woche war in vieler Hinsicht wertvoll, sowohl persönlich als auch spirituell. Ich wurde mir klar darüber, wie sehr das benediktinische Charisma hier ausstrahlt und wie sehr es hier lebendig ist, und ich bin im Tiefsten dankbar für diese Möglichkeit, ein Gefühl dafür zu bekommen und es besser zu verstehen.“

In unserer Abschiedsliturgie versuchten wir, unsere Erfahrungen mit einem Wort zu benennen. Ein paar Äußerungen:

„Freiheit: Die Freiheit, man selbst zu sein mit allen unseren Verschiedenheiten, nicht wertend, sodass wir frei sind zu teilen und frei, zu nehmen oder auch nicht. Diese Atmosphäre von Freiheit hat mir geholfen, all meine Hemmungen abzulegen.”

„Schönheit: Es gibt so viel Schönheit hier, in der ungewöhnlichen Landschaft, in der Liturgie, in den Menschen, die wir treffen, nicht nur Gesichter, sondern auch Seelen.“

 

„Einheit: Wir sind alle sehr verschieden, kommen aus unterschiedlichen Ländern, und unsere Traditionen sind alle sehr verschieden. Aber wir nehmen einander an in unserer Verschiedenheit, und das macht uns eins in Christus.“

„Gerechtigkeit: Ich war beeindruckt zu sehen, welche Bedeutung den Bemühungen beigemessen wurde, uns zu helfen, dass wir die unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen dieses Landes verstehen, und auch die Suche nach Gerechtigkeit für die ursprünglichen Besitzer.“

„Freude: Eines der Fürbittgebete hatte den Refrain: ‘Erfülle uns mit Freude.’ Dies ist eine sehr positive Art, Gebet zu formulieren, und spiegelt die positive Einstellung wieder, mit der man hierzulande Herausforderungen begegnet, in der Art, wie die Schöpfung gesehen und gepflegt wird und wie Menschen mit Respekt und Anteilnahme behandelt werden.“

„Gastfreundschaft: Die Gastfreundschaft der Schwestern vom Barmherzigen Samariter zeigte sich in der Sorgfalt, mit der dieses Ereignis vorbereitet worden war, in der Zeit, die dafür da war, einander zu begegnen, in der Unterstützung, die wir bekamen, um das Land und seine Bewohner kennen zu lernen – besonders die Aborigines – und in der Freude, die bei allen zum Ausdruck kam, sogar bei den alten Schwestern in Polding Villa, die sich für die Begegnung mit Gebet und großem Interesse lange Zeit vorher vorbereitet hatten. Aber ein Aspekt der Gastfreundschaft war besonders wichtig: Die vielen Gelegenheiten einander zu begegnen machten den Austausch auf einer tieferen Ebene möglich.“

„Ich bin dankbar, dass dieses Treffen zu einer Gelegenheit wurde, Gemeinschafts- und Gebetsleben in dieser Gruppe zu leben.”